Downinsland-Rollerstrecke Schauinsland
            
 


 

 


Technik

Unsere Gelände- bzw. Downhill-Roller sind eine Eigenentwicklung für die reine schwerkraft-
unterstützte Bergabfahrt. Sie werden speziell für uns angefertigt und unterscheiden sich
wesentlich von den üblichen Tretrollern. Da die Downinsland-Rollerstrecke am Schauinsland
nur über von uns hergerichtete Waldwege verläuft und nicht auf asphaltierten Straßen, ist die
Beanspruchung der Roller hoch. Hinzu kommt die besonderen Anforderung aufgrund der mit
8 km bei über 750 Höhenmetern längsten Rollerstrecke in Europa. Es handelt sich um
geländetaugliche Roller mit großem Bodenabstand durch große Räder, stabilen schweren
Rahmen mit hydraulischen Vorderradfederungen und leistungsfähigen Vorder- und
Hinterradbremsen, die zur Fortbewegung auf horizontalen Straßen weniger geeignet sind.
Durch langjährige Optimierung mit vielen Versuchen erreichen inzwischen unsere
Downhill-Roller ihre heutige Perfektion und Zuverlässigkeit. Dafür ist unsere ausgeklügelte
Wartung mitentscheidend. Aufgrund des großen Verschleißes ist der Verbrauch an Reifen,
Schläuchen, Bremsbelägen und Bremsscheiben (!) hoch. Diese Kosten tragen wesentlich
zum Preis einer Rollerfahrt bei und auch der Unterhalt der Rollerstrecke ist aufwändig.


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Unsere seit 2008 eingesetzten neuesten
Downhill-Roller sind die insgesamt 5. Generation.

Der Preis eines Rollers beträgt über 1.600 € und die technischen Daten sind:
Rahmen:                      SOLID BIKES DH-Roller, Stahl CroMo
Federgabel:                 Marzocchi Dirt Jumper 3 (Federweg 100 mm)
Lenker:                          TRUVATIV Husselfelt
Vorderradbremse:      Quad QHD-1 Rotor 180 mm
Hinterradbremse:       Quad QHD-1 Rotor 203 mm
Laufrad-Vorne:            26” REVERSE VR 9mm
Laufrad-Hinten:           26” REVERSE VR 9mm
Bereifung:                    SCHWALBE Smart Sam
Gesamtgewicht:         18 kg


Etwas Rollerphysik
Durch den tiefen Schwerpunkt unserer Downhill-Roller sind höhere Querbeschleunigungen
als bei vielen Fahrrädern möglich. Gerade hohe Querbeschleunigungen in Kombination mit
Selbstüberschätzung und einer durch längere Trockenheit eingeschränkten Traktion auf den
Waldwegen können gefährliche Situationen verursachen. Die beiden Hochleistungs-
Scheibenbremsen sind für die Länge und den Höhenunterschied der Downinsland-
Rollerstrecke ausgelegt und ermöglichen ein sicheres Anhalten des Rollers. Mit jeweils
einer hydraulischen Scheibenbremse an Vorder- und Hinterrad ist das Bremssystem zudem redundant, also wie bei jedem Motorrad doppelt und unabhängig voneinander. Guter Grip
der Geländereifen und feinfühlig dosierbare Bremsen, insbesondere am Vorderrad, erhöhen
die Sicherheit.

Richtiges Bremsen

Mit nicht angepasster, überhöhter Geschwindigkeit wird jede noch so gute Bremse überfordert. Oft wird dann durch „Panikbremsung“ ein Sturz provoziert. Ein Überbremsen des wenig belasteten Hinterrades verbunden mit dem teilweise geringeren Grip auf trockenen Waldwegen (überwiegend feinkörnige Forstmischung, kein grober Schotter) bewirkt beim Downhill-Roller durch dessen Blockieren eine starke Minderung der Bremswirkung. Diese kann von Laien als vermeintliches Bremsversagen empfunden werden. Noch fataler ist bei Zweirädern, also auch unseren Downhill-Rollern, ein starkes Überbremsen des Vorderrades, dessen Blockieren meistens zum Sturz führt.

Bei hydraulischen Scheibenbremsen kann nur nach sehr starker Überlastung (völlig falsche
Fahrtechnik, Dauerbremsen in Verbindung mit hohem Körpergewicht) die Bremswirkung durch
Sieden der Bremsflüssigkeit nachlassen. Dieser als Fading bezeichnete Effekt tritt selten auf
und macht sich in einem längeren Weg des Bremshebels bemerkbar. Durch stärkeres Drücken
des Bremshebels, notfalls kurzes mehrmaliges Betätigen, wird wieder eine Bremswirkung
erreicht. Danach ist sofort die Rollerfahrt zu unterbrechen und unbedingt eine Pause
(etwa 5 min) einzulegen, damit die überhitzte Scheibenbremse abkühlen kann. Die
Scheibenbremsen sind so leistungsfähig, dass auch mit nur einer Bremse der Roller
angehalten werden kann. Machen Sie sich deshalb zu Beginn der Rollerfahrt in Sektion 1
auch mit der Vorderradbremse vertraut. Wenn deren Betätigung behutsam erfolgt, ist ein
Blockieren des Vorderrades sicher ausgeschlossen.

Übrigens ist eine Rollerfahrt mit „dauerschleifender Hinterradbremse und dadurch teilweise
blockierendem Hinterrad“ für Bremse und Reifen eine Quälerei, von der schlechten
Bremswirkung ganz abgesehen. Erst gelegentliches Lösen der Bremse ermöglicht der
Bremsscheibe ein Abkühlen. Die Folge: bereits nach nur einer (!) Rollerfahrt mußten blau
ausgeglühte Bremsscheiben erneuert werden. Das ist vermeidbar, verursacht Mehrkosten
und ist einer der Gründe für das Höchstgewicht. Wie eigentlich bekannt, wird die optimale
Bremswirklung kurz vor dem Blockieren des Rades erreicht; das ist beim Roller nicht anders
als beim Auto.


Archivbilder von nicht mehr eingesetzten
alten Rollern zeigen die technische Weiterentwicklung:


Der Anfang: Straßen-Rollergeneration mit schwarzem Rahmen aus 2000


Ein Exote, Roller mit Ballonrädern ohne
Federung aus 2003


Weiterentwickelter Roller, Tequilla-Alurahmen
mit Felgenbremse vorne und Scheibenbremse
hinten aus 2005